Malachit Stachelleguan
Sceloporus malachiticus
Beschreibung:
Sceloporus malachiticus gehört mit 20-25cm Gesamtlänge zu den größeren Sceloporus Arten.Der Geschlechtsdimorphismus ist bei diesen Tieren deutlich ausgeprägt. Weibchen zeigen eine Grundfärbung aus Brauntönen die mit schwarzen Punkten durchsetzt ist während Männchen entweder Grasgrün gefärbt sind oder einen Goldgelben Rücken mit bläulich abgesetztem Kopf und Schwanz aufweisen. Die Männchen dieser Art verfügen außerdem über eine deutliche Blaue Kehl- und Bauchfärbung die den Weibchen vollständig fehlt.
Die Tiere besitzen die Fähigkeit ihre Färbung zur Thermoregulation zu verändern. In den kühlen Morgenstunden sind die Tiere wesentlich dunkler gefärbt um beim Sonnenbad mehr Strahlungswärme aufnehmen zu können.
Herkunft und Lebensraum:
Das Verbreitungsgebiet von Sceloporus malachiticus erstreckt sich von Mexiko bis Panama einschließlich Costa Rica. Die von mir gehaltenen Tiere stammen aus Honduras. Die Art bewohnt in ihrem Herkunftsgebiet hauptsächlich kühlere, feuchtere Wälder in Höhenlagen bis zu 2500m.Gekennzeichnet ist das natürliche Habitat durch fast ständige neblige Niederschläge und Nachttemperaturen die bis fast auf den Gefrierpunkt fallen können.
Terrarienhaltung:
Sceloporus malachiticus benötigt entsprechend seines natürlichen Lebensraums ein Terrarium das mit möglichst viel Kletterflächen ausgestattet ist. Als Terrariengröße für 1,1 bis 1,2 empfehle ich mindestens 80x40x80cm (BxTxH) wobei bei der Einrichtung und Strukturierung des Terrariums vor allem der Terrarienhöhe besondere Beachtung geschenkt werden sollte. Unverzichtbar ist eine bekletterbare Rückwand. Hierzu eignet sich entweder eine Naturkorkplatte oder eine künstliche Felswand.
Zusätzlich sollten um die Kletterfläche weiter zu vergrößern die Seitenwände z.B. mit unlackierten Korkfliesen beklebt werden. Als zentrale Einrichtung dienen möglichst viele etwa 3-10cm starke Kletteräste. Hierzu können im Zoohandel erhältliche Äste und Lianen benutzt werden, aber auch grobrindige Äste aus Wald und Garten sind geeignet. In diesem Fall ist jedoch darauf zu achten das Holz gründlich zu reinigen und falls möglich im Backofen für einige Zeit zu erhitzen um Schädlinge und Pilze abzutöten. Als Versteckmöglichkeiten haben sich dünnere Zierkorkröhren bewährt.
Eine Bepflanzung des Terrariums ist mit verschiedenen Rankpflanzen (z.B. Scindapsus), Farnen oder Epiphyten möglich, aber auch künstliche Pflanzen sind geeignet obwohl diese nicht zusätzlich zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit beitragen. Als Bodengrund sind die verschiedenen im Handel erhältlichen Rindenmulche sehr gut geeignet die in einer Höhe von 5-8cm eingebracht werden. Kokoshumus wäre alternativ auch geeignet.
Eine Wasserschale mit stets frischem Trinkwasser sollte immer vorhanden sein.
Ein wichtiger Punkt bei der Haltung von Sceloporus malachiticus ist die notwendige hohe Luftfeuchtigkeit von etwa 60-70% tagsüber, bis 100% nachts. Diese Luftfeuchtigkeit kann vor allem durch regelmäßiges Sprühen erreicht werden. Dazu sind entweder eine Sprühanlage oder die üblichen Handsprüher geeignet. Ich benutze eine Sprühanlage mit zwei Düsen die zweimal täglich für etwa 4 Minuten sprüht und so etwa 0,5 Liter Wasser pro Tag in das Terrarium einbringt. Generell ist beim sprühen darauf zu achten möglichst Kalkfreies Wasser zu verwenden um lästige Kalkflecken auf den Scheiben und der Terrarieneinrichtung zu vermeiden. Außerdem hat es sich als sehr nützlich erwiesen in den Bodengrund eine schwache Heizmatte (etwa 15W) einzubringen. Diese erwärmt den leicht feuchten Bodengrund etwas und sorgt so zusätzlich für eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit.
Die Lufttemperatur im Terrarium sollte bei 25-27°C liegen und 30°C keinesfalls dauerhaft überschreiten. Eine deutliche Nachtabsenkung auf Zimmertemperatur, besser auf bis zu 15°C, ist notwendig. Ein Sonnenplatz auf dem die Temperatur bis auf 40-45°C steigt sollte angeboten werden obwohl meine Tiere diesen nur selten nutzen. Zur Beheizung des Terrariums und zur Einrichtung von 1-2 Sonnenplätzen benutze ich 12V Halogenspots die es in Wattstärken von 10-75W zu kaufen gibt und sich somit hervorragend zur individuellen und einfachen Temperatursteuerung eignen. Es ist allerdings darauf zu achten nur solche Strahler zu verwenden die einen mit Aluminium beschichteten Reflektor besitzen und für „Möbeleinbau“ geeignet sind da nur diese im Gegensatz zu den herkömmlichen Kaltlichtstrahlern ihre Wärmestrahlung nach vorne abgeben.
Als Grundbeleuchtung sollten für diese Lichthungrige Art nur hochwertige Leuchtmittel zum Einsatz kommen. Gut geeignet sind z.B. T5 Leuchtstoffröhren mit Reflektoren oder auch HQI-Strahler sofern diese in ausreichendem Abstand angebracht werden um das Terrarium nicht zu stark aufzuheizen. Für ein Terrarium oben genannter Größe empfehle ich als Mindestbeleuchtung drei 24W T5 Röhren.
Die Beleuchtungsdauer beträgt bei mir ganzjährig etwa 13 Stunden. Eine Winterruhe ist für Sceloporus malachiticus nicht nötig.
Sceloporus malachiticus benötigen eine gewisse Menge an UV-Strahlung um in ihrer Unterhaut einen Teil des von ihnen benötigten Vitamins D3 bilden zu können.
Hierfür benutze ich eine 11W UV-Energiesparlampe wie sie bei ENT-Terrarientechnik erhältlich ist. Diese UV-Röhre muß innerhalb des Terrariums installiert werden und darf nicht durch eine Glasdeckscheibe leuchten da Glas den UV-Anteil aus dem Licht filtert. Es genügt wenn eine solche Röhre einen Teil des Terrariums ausleuchtet. Solche UV-Quellen können ganztägig angeschaltet bleiben.
Ernährung:
Sceloporus malachiticus wird mit den üblichen Futterinsekten ernährt. Sehr gern genommen werden mittelgroße Heuschrecken, Grillen sowie fliegende Insekten wie Wachsmotten oder Stubenfliegen. Pflanzliche Nahrung wird von meinen Sceloporus malachiticus nicht angenommen. Schlechte Erfahrungen habe ich mit dem verfüttern von Zophobas gemacht, diese wurden von meinen Tieren oft schlecht vertragen und wieder ausgewürgt. Wenn überhaupt sollten Zophobas deshalb nur sehr sparsam verfüttert werden. Alle Futterinsekten müssen vor dem Verfüttern mit einem hochwertigen Vitamin/Mineralstoffpulver (z.B. Herpetal Complete-T) bestäubt werden.
Die wöchentliche Futtermenge sollte bei Adulten Tieren etwa 5-10 größere Futterinsekten (z.B. mittlere Heuschrecken oder Adulte Grillen) pro Tier betragen. Als Beifutter hat es sich bei mir bewährt eine Schale mit verpuppten Stubenfliegenmaden in das Terrarium zu stellen. Die geschlüpften Fliegen werden sehr gerne gejagt.
Jungtiere können bis zum Alter von einigen Monaten täglich soviele Insekten erhalten wie sie annehmen.
Fortpflanzung und Aufzucht:
Sceloporus malachiticus paart sich meist im Herbst und wirft nach etwa 6 Monaten Tragzeit bis zu 10 (meist 3-6) lebende, voll ausgebildete Jungtiere. Die Jungtiere haben bei der Geburt eine Gesamtlänge von etwa 50-60mm und sind unscheinbar dunkelbraun mit schwarzen Sprenkeln gefärbt.
Obwohl die Adultis den Jungtieren scheinbar nicht nachstellen empfehle ich trotzdem sie von den Eltern zu trennen und der besseren Kontrolle wegen in ein Aufzuchtterrarium zu überführen. Ein Aufzuchtbecken von etwa 50x40x50cm (BxHxT) reicht für einen Wurf Jungtiere einige Monate lang. Das Aufzuchtterrarium wird ähnlich wie das Terrarium der Adultis eingerichtet lediglich die Luftfeuchtigkeit sollte etwas höher bei 70-80% liegen. Eine Grundtemperatur von 25-27°C ist auch für die Nachzuchten ausreichend. Ein schwacher Wärmespot als Sonnenplatz sollte den Kleinen angeboten werden. Bei Jungtieren habe ich gute Erfahrungen damit gemacht die Aufzuchtbecken mit Lichtquellen auszustatten die UV-Licht abgeben. Hierzu benutze ich bei Sceloporus malachiticus die im Handel erhältlichen UV-Leuchtstoffröhren oder UV-Kompaktlampen.
Außerordentlich wichtig bei der Aufzucht junger Sceloporus malachiticus ist eine gute Versorgung mit Vitaminen und Mineralien da sie leichter als Jungtiere anderer Arten zu rachitischen Erkrankungen neigen. Ein bestäuben aller Futtertiere mit Herpetal Complete-T ist Pflicht. Die Jungtiere sollten täglich gefüttert werden.
Die Tiere wachsen recht schnell und erreichen mit etwa 3 Monaten eine Gesamtlänge von 8cm. Nach 4-6 Monaten lässt sich bei männlichen Tieren erstmals die Blauzeichnung der Kehle erkennen. Nach 10-12 Monaten erreichen die Tiere ihre Endgröße und können dann erstmals zur weiteren Vermehrung eingesetzt werden.
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