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Phelsuma grandis

(früher Phelsuma madagascariensis grandis)

Beschreibung:

Große TaggeckosMit bis zu 30cm Gesamtlänge ist Phelsuma grandis eine der größten Phelsumenarten. Die Grundfärbung besteht aus einem leuchtenden Grün, die Zeichnung aus mehreren Roten Punkten bis hin zu Tieren mit sehr hohem Rotanteil. Männchen unterscheiden sich von Weibchen durch deutlich erkennbare Femoralporen.

Bis 2008 wurden die Tiere als Unterart von Phelsuma madagascariensis geführt und als Phelsuma madagascariensis grandis bezeichnet. Nach neueren Erkenntnissen haben sie nun den Status einer eigenen Art und heißen Phelsuma grandis.

Herkunft und Lebensraum:

Die Art stammt aus Nordmadagaskar wo sie vorzugsweise Bäume und Bananenstauden bewohnt.

Terrarienhaltung:

P.grandis können nur Paarweise gehalten werden. Selbst die Haltung von zwei Weibchen wird in der Regel scheitern da auch hier ein Weibchen eine dominante Stellung einnehmen wird und das andere Weibchen unterdrückt. Bei der Haltung eines Paares wird auch gelegentlich von Unverträglichkeit und Aggressionsverhalten berichtet allerdings konnte ich selbst bislang solche Erfahrungen nicht machen.

Paarung Großer TaggeckosFür ein Paar dieser Art empfehle ich ein Terrarium mit den Maßen 100x50x120cm (BxTxH). Große Taggeckos halten sich bevorzugt an glatten Flächen auf. Deshalb sollte die zentrale Einrichtung aus mehreren senkrecht stehenden glattrindigen Ästen oder Bambusrohren bestehen. Der Durchmesser der Äste sollte nicht unter 5cm liegen und kann bis Armdicke betragen. Einige aufrecht stehende Korkröhren oder hohle Bambusrohre werden zudem gern als Versteck- und Schlafplatz genutzt.

Eine möglichst glatte Verkleidung der Rück- und Seitenwände ist außerdem sinnvoll. Ich verwende hierzu Naturkorkplatten bzw. unlackierte Korkfliesen.

Als Bepflanzung werden sehr oft Sansiverien benutzt da diese mit ihren schmalen, glatten Blättern gern von den Tieren als Aufenthaltsplatz genutzt werden. Prinzipiell sind alle robusten, glattblättrigen Pflanzenarten gut geeignet. Vor allem mit Gummibäumen habe ich gute Erfahrungen gemacht. Natürlich kann die Bepflanzung auch künstlich ausfallen. Vor allem bezüglich der leichteren Reinigung und der Unempfindlichkeit gegenüber Futterinsekten haben Kunstpflanzen deutliche Vorteile.

Als Bodengrund benutze ich Rindenmulch der etwa 5-10cm hoch eingebracht wurde. In einem Terrarium für P.grandis kommt dem Bodengrund vor allem die Aufgabe der Luftfeuchteregulierung zu. Deshalb sollte ein Substrat gewählt werden das Feuchtigkeit gut speichert. Handelsübliche Blumenerde ist ungeeignet. Sie neigt zur Schimmelbildung und kann außerdem für die Tiere schädliche Düngemittel enthalten.
Eine Wasserschale sollte natürlich immer vorhanden sein.

Terrarium P.m.grandisDer Beleuchtung des Terrariums ist besondere Beachtung zu schenken da P.grandis meines Erachtens wesentlich Lichthungriger ist als oft angenommen. Ich benutze zwei 54W T5-Röhren als Grundbeleuchtung sowie einen 70W "Bright Sun"-Strahler. Außer den T5 Röhren sind auch HQI-Strahler sehr gut geeignet um die notwendig hohe Lichtmenge zu erreichen. Die gängigen T8 Röhren sollten nicht eingesetzt werden da sie im Vergleich zu den oben genannten Leuchtmittel weniger Licht abgeben und somit auch unwirtschaftlich sind.

Die Temperatur im Terrarium kann tagsüber 25-30°C betragen und Nachts auf Zimmertemperatur fallen. Zu beachten ist das immer unterschiedliche Temperaturbereiche vorhanden sein müssen. So kann z.B. unter einem Strahler durchaus eine Temperatur von bis zu 45°C erreicht werden während an einer anderen Stelle im Terrarium lediglich Temperaturen knapp über Zimmertemperatur herrschen.

Ich benutze zur Versorgung mit UV-Licht und zur Schaffung eines Sonnenplatzes eine 70W Bright-Sun "Jungle" die zum Schutz der Tiere vor Verbrennungen mit einem Schutzkorb gesichert ist.

Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber bei 50-70% liegen. Regelmäßiges, mehrmals wöchentliches, sprühen ist notwendig um diese Werte zu erreichen. Außerdem sollte der Bodengrund immer eine gewisse Feuchte aufweisen um die Luftfeuchtigkeit zusätzlich zu erhöhen. Prinzipiell benötigen P.grandis aber kein ausgesprochenes „Regenwaldklima“. Der Einsatz einer Beregnungsanlage und das oft praktizierte mehrmals tägliche sprühen halte ich für zu viel des Guten.

Ernährung:

Große Taggeckos nehmen alle gängigen Futterinsekten. Außerdem biete ich meinen Tieren etwa zweimal wöchentlich ein Schälchen „Geckohonig“ (nach Ingo Kober) an der sehr gern angenommen wird. Bei der Fütterung von P.grandis ist immer darauf zu achten das die Tiere nicht verfetten. Diese Art neigt nach meiner Erfahrung sehr leicht zu Übergewicht und sollte immer mit Bedacht gefüttert werden.

Alle Futterinsekten sollten immer mit einem geeigneten Vitamin/Mineralstoffpräparat (z.B. Herpetal Complete-T) bestäubt werden.

Vor allem der Mineralstoffbedarf von trächtigen Weibchen darf keinesfalls unterschätzt werden da diese leicht an Rachitis erkranken.
Eine gute Versorgung mit UVB-Licht und ein Schälchen mit zerstoßener Sepiaschale sind in einem Terrarium für P.grandis Pflicht !

Fortpflanzung und Aufzucht:

Die Paarungszeit beginnt bei Großen Taggeckos etwa im Dezember und dauert etwa bis Juli. Während dieser Zeit setzt das Weibchen alle 3-4 Wochen ein Doppelgelege bestehend aus zwei aneinanderklebenden Eiern ab. Gelege aus einzelnen Eiern können Gelege P.m.grandisebenfalls vorkommen sind aber nicht die Regel. Die Eier werden nicht an eine Unterlage geklebt. Sollte das dennoch einmal der Fall sein sind die Eier mit großer Wahrscheinlichkeit unbefruchtet. Als Eiablageplatz werden gern hohle Bambusrohre benutzt. Um das Gelege aus solchen Rohren zu bergen kann man die Eier einfach herausrollen lassen. Im Gegensatz zu anderen Reptilieneiern schadet eine Bewegung den Eiern von P.grandis nicht. Die Gelege sollten relativ trocken gezeitigt werden und dürfen keinesfalls in feuchtes Substrat gebettet werden. Ich verwende Heimchendosen in denen ein Stück Schaumstoff die Eier aufnimmt. Etwas Küchenpapier, das ständig leicht feucht gehalten wird, in diesen Dosen genügt um die notwendige Luftfeuchtigkeit während der Inkubation zu gewährleisten.

Bei einer Temperatur von 28°C schlüpfen die Jungen nach etwa 65 Tagen.

AufzuchtterrarienNach dem Schlupf überführe ich die Jungen in 30x40x40cm (BxTxH) große Aufzuchtterrarien die entsprechend des Elternterrariums eingerichtet sind.
Als Beleuchtung dienen T5-Röhren und Kompaktlampen mit UV-Anteil.
In einem solchen Aufzuchtbecken können die Tiere einige Monate in Gruppen von 2-4 Tieren gemeinsam aufgezogen werden. Nach etwa 4-6 Monaten beginnen die Männchen anderen Männchen gegenüber Aggressionsverhalten zu zeigen und sollten spätestens dann separiert werden.
Auch Weibchen sollten nach spätestens 6 Monaten von Männchen getrennt werden um eine zu frühe Verpaarung zu vermeiden. Frühestens mit einem Jahr sollten weibliche P.grandis das erste Mal Eier legen.

 

Jungtier P.m.grandisIm Gegensatz zu adulten P.grandis lassen sich Jungtiere praktisch nicht überfüttern. Eine reichhaltige,tägliche Fütterung kann bedenkenlos stattfinden. Allerdings ist bei Jungtieren im besonderen Maß auf eine gute Qualität der Futterinsekten und eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen zu achten.
In den ersten Tagen nehmen Jungtiere in der Regel keinen Fruchtbrei oder Geckohonig an. Meine Jungtiere erhalten in den ersten Lebenswochen vor allem reichlich Fruchtfliegen (Drosophila hydei).

 

 

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