Bartagamen
Pogona vitticeps
Beschreibung:
Bartagamen gehören wohl mit Abstand zu den beliebtesten Terrarientieren. Die verhältnismäßig einfache Haltung, ihr ruhiges Wesen sowie ihr Hang zu vegetarischer Ernährung machen sie wohl vor allem für Einsteiger in die Terraristik so interessant. Die Tiere erreichen eine Gesamtlänge von bis zu 50cm bei einem durchaus als massig zu bezeichnenden Körperbau. Die Grundfärbung besteht aus Grau- und Brauntönen. Namensgebend ist der stachelbesetzte „Bart“ den die Männchen eindrucksvoll aufstellen können. Weibchen besitzen einen deutlich schwächer ausgeprägten Bart.
Herkunft und Lebensraum:
Pogona vitticeps kommt im Zentral-Australien bis zum südlichen und südöstlichen Teil Australiens vor. Die Art bewohnt ausschließlich trockenheiße Savannen oder Wüstengebiete mit Gras- oder Buschvegetation.
Terrarienhaltung:
Ich halte 1,1 Bartagamen in einem Terrarium mit den Maßen 150x80x80cm (BreitexTiefexHöhe). Als Bodengrund verwende ich etwa 10cm hoch eingebrachten Spielkastensand der in nahezu jedem Baumarkt erhältlich ist. Die weitere Einrichtung wird vor allem von künstlichen Felsformationen und Felswänden bestimmt. Diese Felsen sind mit etwas Geschick leicht selbst zu fertigen. Ich verwendete dazu Styroporblöcke, Moltofill für außen und Abtönfarbe. Die Felsen werden mit einem Fuchsschwanz, Messer o.ä. aus den Styroporblöcken modelliert. Danach wird der gesamte „Fels“ sorgfältig etwa 2-4mm dick mit Moltofill überzogen. Nach dem aushärten des Moltofills muss alles nur noch mittels eines Schwamms und Abtönfarbe eingefärbt werden. Diese Felsen sind sehr robust und bestehen bei mir nun schon seit über 10 Jahren ohne wesentliche Abnutzungserscheinungen zu zeigen.
Als weitere Einrichtung dienen einige künstliche Gräser und Kakteen (obwohl letztere geographisch nicht ganz korrekt sind). Eine Wasserschale sollte ständig angeboten werden obwohl die Tiere nur selten trinken.
Als wüstenbewohnende, heliophile Tiere benötigen Bartagamen eine sehr hohe Lichtmenge. Keinesfalls dürfen die Tiere zu dunkel gehalten werden da sie sonst apathisch erscheinen und nie ihr volles Verhaltensspektrum zeigen. Handelsübliche Leuchtstoffröhren oder die im Zoohandel erhältlichen "Reptilien-Röhren" sind zur Beleuchtung eines Bartagamenterrariums für adulte Tiere zu lichtschwach. Allenfalls hochwertige T5-Röhren mit Reflektoren können unter Umständen zum Einsatz kommen. Es handelt sich hierbei um Leuchtstoffröhren die einen geringeren Durchmesser (16mm) als die üblichen T8-Röhren (26mm) haben und verhältnismäßig mehr Licht als diese abgeben.
Ich verwende als Grundbeleuchtung zwei 70 Watt HQI-Strahler. Diese Metalldampflampen sind neben den genannten T5-Leuchtstoffröhren am geeignetsten um die notwendige hohe Lichtintensität zu gewährleisten.
Die Grundtemperatur sollte bei 27-30°C liegen mit Sonnenplätzen die deutlich über 50°C erreichen dürfen. Ich erreiche dies durch zwei 70 Watt Bright-Sun "Desert". Diese Strahler geben eine hohe Menge UVB-Strahlung und Lichtmenge ab was dem Wohlbefinden von Bartagamen sehr zuträglich ist. Die Luftfeuchtigkeit kann tagsüber bei etwa 30% liegen und steigt nachts durch das wegfallen der Wärmestrahler automatisch an. Einmal wöchentlich wird die gesamte Einrichtung inklusive der Tiere kräftig mit handwarmem Wasser übersprüht.
Bartagamen halten eine Winterruhe. Meine Tiere ziehen sich meist Ende November/Anfang Dezember in Höhlen zurück. Ab diesem Zeitpunkt füttere ich nichts mehr und fahre die Beleuchtungsdauer von 13 auf etwa 8 Stunden zurück. Die beiden Bright-Sun werden nur noch zur Mittagszeit für etwa 1 Stunde angestellt. Unter diesen Bedingungen verbleiben meine Tiere bis sie etwa im März, beim ersten Frühlingshaften Wetter, von selbst wieder aus der Winterruhe erwachen. Danach wird die Beleuchtungsdauer wieder auf die ursprünglichen Werte hochgefahren und auch wieder mit der Fütterung begonnen.
Ernährung:
Die Ernährung von adulten Bartagamen sollte überwiegend vegetarisch sein. Gelegentlich können größere Insekten wie z.B. Heuschrecken gereicht werden.
Angenommen werden nahezu alle erhältlichen Gemüsesorten. Obst sollte aufgrund des hohen Zuckergehalts nur sehr sparsam verfüttert werden. Die natürliche Nahrung von Bartagamen besteht oft aus eher nährstoffarmen Gräsern. Gute Futterpflanzen sind z.B. Zucchini, Ruccola, Löwenzahn, Auberginen, Basilikum oder Paprika. Prinzipiell kann alles gereicht werden was der Markt hergibt. Lediglich auf Kohl muss verzichtet werden da dieser zu Verdauungsproblemen führen kann. Auch die häufige Gabe von sehr wasserhaltigen Gemüsen wie Gurke oder Tomate kann dazu führen das der Kot der Tiere zeitweise eher flüssig ist.
Alle Gemüsearten werden in mundgerechte Stücke geschnitten und mit einer Messerspitze Herpetal Complete-T angereichert.
Zusätzlich befindet sich im Terrarium ständig eine Schale mit zerstoßener Sepiaschale die vor allem vom Weibchen während der Trächtigkeit aufgenommen wird.
Die im Handel erhältlichen Fertigfuttermittel dürfen gern als Beifutter gegeben werden da sie sehr Ballaststoffreich sind. Als ausschließliches Hauptfutter sind sie nicht geeignet.
Fortpflanzung und Aufzucht:
Pogona vitticeps paart sich in der Regel nach der Winterruhe im April/Mai. Nach einer Tragzeit von etwa 3-4 Wochen legt mein Weibchen bis zu 5 Gelege mit jeweils 15-20 Eiern pro Jahr. Zu diesem Zweck halte ich die unteren Sandschichten in einer Terrarienecke leicht feucht. Diese Stelle wird stets bereitwillig zur Eiablage angenommen.
Die Eier werden halb in leicht feuchtes Vermiculit eingebettet und bei einer Temperatur von 28°C inkubiert. Nach etwa 75 Tagen kommt es zum Schlupf der Jungtiere. Die Jungtiere werden in Gruppen in 60x40x40 bzw. 80x40x40cm (BxTxH) große Aufzuchtterrarien überführt. Diese Terrarien sind mit jeweils zwei 35 Watt Halogenspots sowie zwei Reptilien-Leuchtstoffröhren ausgestattet. Als Bodengrund verwende ich Vogelsand der mit Taubengrit vermengt ist.
Die Einrichtung kann einfach gehalten sein und besteht bei mir lediglich aus einigen Korkstücken als Versteck- und Klettermöglichkeit. Bei der Aufzucht junger Bartagamen ist vor allem auf eine ausreichende Versorgung mit Kalzium zu achten. Dazu dient der erwähnte Taubengrit sowie eine großzügige Bestäubung aller Futterinsekten mit Herpetal Complete-T. Als Futter dienen in den ersten Monaten fast ausschließlich die gängigen Futterinsekten. Allerdings sollte auch immer wieder Grünfutter angeboten werden. In der Regel wird das zuerst verschmäht, jedoch sollten die Jungtiere frühzeitig daran gewöhnt werden da sonst im Alter Grünfutter oft nur zögerlich gefressen wird.
In den Aufzuchtbecken darf ruhig mehrmals wöchentlich gesprüht werden da Jungtiere leichter zu Dehydration neigen.
Die Jungtiere sollten immer sorgfältig beobachtet werden da es nach einiger Zeit zur Unterdrückung einzelner Individuen durch andere kommen kann. Tiere die mit geschlossenen Augen daliegen oder sich sonst apathisch zeigen sollten schnellstmöglich separiert und einzeln aufgezogen werden. Das Geschlecht lässt sich ab einer Gesamtlänge von etwa 15-20cm gut bestimmen.
Fragen zu diesen interessanten Agamen beantworten wir gern >HIER< im Forum.
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